Patisseries

Laut Eliahs Waage habe ich in Paris ein halbes Kilo zugenommen und sechs Pozent Fett verloren. Wie auch immer das gehen mag …

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass ich das NICHT alles allein gegessen habe, was auf den folgenden Fotos zu sehen ist!

1. Tag

Mille feuille von Hugo & Victor. Ich habe sie allerdings nach diesem Besuch leicht downgegradet. Es gibt Sachen von ihnen, die fantastisch sind (die Makronentarte z. B.), aber dieses Mille feuille sowie die Macarons entsprechen nicht meinen extrem hohen Ansprüchen (ja, ich bin ganz furchtbar snobistisch, was Süßes angeht).

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2. Tag

Es war das allererste Mal, das ich von Pierre Hermé enttäuscht war.

1. In seinem Eissortiment habe ich kein gesalzenes Karamell entdeckt.

2. Dieses Eis (Montebello) war extrem teuer (160 ml für 7,20 €), aber längst nicht so lecker, wie ich es von ihm gewohnt bin. Es hat aber besser geschmeckt, als es aussieht.

3. Tag

Eine Auswahl von Sadaharu Aoki. Das rechte gehörte Eliah, an das linke Schokoding erinnere ich mich gar nicht so genau, heißt, es war lecker, aber nicht mehr. Das Citron Praline ist aber genial.

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Un dimanche a Paris bietet Gesalzenes-Karamell-Eis an und ich sage euch, es ist ANBETUNGSWÜRDIG.

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Das sind eine Art Windbeutel (Choux) von Popelini. Manche Geschmacksrichtungen sind gut, (Milchkaffee) andere (Himbeere) zum augenblicklich vor Verzückung in Ohnmacht fallen.

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4. Tag:

Macarons vom Chocolatier Maison Georges Larnicol. Die Baiserdeckel sind nahe an perfekt, vor allem was die Konsistenz angeht, leider schmeckten die Fruchtfüllungen zu künstlich. Die anderen Cremes (z. B. Schokolade) waren deutlich besser.

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5. Tag:

DAS ist die Tarte Infiniment Vanille von Pierre Hermé und DAS ist nicht einfach ein Törtchen. DAS ist … ein WUNDER! Ein TRAUM! Ihr wisst nicht, wie Vanille schmeckt, solange ihr das nicht probiert habt!

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Seht ihr diese Dose, die man zu den Macarons bekommt? SEHT IHR SIE? 😀 Zu den Macarons von Pierre Hermé muss ich eigentlich nichts sagen, da kann man jede Sorte nehmen und erwischt nie eine, die nicht unvergleichlich lecker ist.

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6. Tag:

Ein zweites Mal Windbeutel von Popelini.

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7. Tag:

Mille feuille von Sadaharu Aoki mit Matcha. Interessant. Schön cremig. Aber wie das von Hugo & Victor hat es mich nicht komplett überzeugt.

 

 

 

 

8. Tag:

Nichts. Wirklich. Ich konnte nicht mehr. Nicht mal der Anblick einer Tarte Infiniment Vanille konnte mich zum Kauf verführen. Selbst heute habe ich noch keine rechte Lust darauf.

Und ich habe es wieder nicht zur Patisserie von Carl Marletti geschafft! Dabei steht der seit dem ersten Besuch auf meiner Liste. Na ja, der fünfte Paris-Urlaub kommt bestimmt. 🙂

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Packen: Sollte ganz einfach sein

Start: Zeit, für Paris zu packen. Ich öffne meinen Kleiderschrank und bin angenehm überrascht, wie viel Kleidung sich darin befindet. Da ist auf jeden Fall genug, um mich für eine Woche Urlaub auszustatten.

5 Minuten später: Ich stelle fest, dass nichts davon zusammenpasst.

7 Minuten später: Ich streiche den Gedanken, eine richtige Jacke/Pulli mitzunehmen. Dafür habe ich keinen Platz. Wenn es in Paris kühl werden sollte, leiht mir sicher irgendwer was.

8 Minuten später: Mir wird klar, dass ich doppelt so viele Oberteile wie geplant mitnehmen muss, damit ich genug Kombinationsmöglichkeiten mit den Unterteilen habe.

11 Minuten später: Mich trifft die Erkenntnis, dass ich NICHTS zum Anziehen habe. Mehrere Minuten lang resümiere ich, was mir alles fehlt.

15 Minuten später: Eigentlich wollte ich nur ein Top einpacken, um es bei meinem Freund zu waschen, damit ich es mitnehmen kann. Nach einem Blick in den Wäschekorb sehe ich mindestens fünf weitere Teile, die ich eventuell dabeihaben möchte. Ich stelle eine Maschine an.

20 Minuten später: Ich war ganz sicher, viele Röcke zu besitzen, aber im Kleiderschrank herrscht gähnende Leere diesbezüglich (abgesehen von ca. sechs, die mir direkt ins Auge fallen, einem im Koffer und einem in der Waschmaschine).

23 Minuten später: Beim hektischen Kramen in den Kleiderstapeln fallen mir drei Röcke in die Hände, bei denen ich einige Sekunden brauche, bis ich sie erkenne. Ach ja, die habe ich ja auch noch!

26 Minuten später: Ich frage mich, ob ein Kleid zu wenig ist. Okay, wenn es so 22-26 ° werden, kann ich das tragen, aber … Ich packe ein Kleid ein, das auch für Temperaturen über 30 ° geeignet ist.

30 Minuten später: Mir fällt ein, dass ich auch die Sandalen noch irgendwie in den Koffer bekommen muss.

35 Minuten später: Ich erinnere mich an das Top, das noch in der Änderungsschneiderei ist und das ich gern mitnehmen wollte. Ich streiche dafür ein anderes.

40 Minuten später: Weil mir warm geworden ist, tausche ich das Longsleeve, das ich trage, gegen ein T-Shirt, das ich bereits mehrfach anhatte und schon vor Tagen für Paris aussortiert hatte. Ich werfe einen Blick in den Spiegel. Verdammt, steht mir das gut! Warum habe ich nicht daran gedacht, es mitzuwaschen?

Ich lege eine Pause ein.

220 Minuten später: Mein Blick fällt auf ein Top, das ich zum Bügeln vor dem Packen beiseite gelegt hatte. Ich schlucke. In meinem Koffer befinden sich inzwischen vier Tops … oder fünf. Außerdem passt das Grün des Tops eigentlich nur zu der langen roten Cordhose und der kurzen blauen Jeans. Oder soll ich statt der kurzen Hose doch den kurzen schwarzen Rock mitnehmen? Momentan befindet sich nur ein (langer) Rock im Gepäck.

225 Minuten später: Ich vertage die Kleiderfrage und stecke drei Mal so viel Schmuck ein, wie ich normalerweise in einem Monat trage.

235 Minuten später: Nachdem ich neun Lidschatten eingepackt habe (mehr als drei Mal so viel, wie ich in einem Monat trage), frage ich mich, warum ich nur so wenig Lidschatten besitze.

240 Minuten später: Ich stehe vor dem Koffer und frage mich, ob es nicht besser wäre, alles auszupacken und von vorn anzufangen.

245: Die Gewissheit verfestigt sich, dass ich einfach zu viel Klamotten besitze. Und ich wollte in Paris shoppen gehen! Was denn? … Also … T-Shirts muss vielleicht wirklich nicht … aber eigentlich habe ich nur noch zwei lange Röcke … und ich habe auch nur eine lange Sommerhose … und eine Sommerjacke besitze ich auch nicht … Ein Blick auf den Koffer zeigt mir, dass ich jetzt schon Probleme haben werde, ihn zu schließen.

250 Minuten später: Ich schreibe meinen Freund an: „Du brauchst für eine Woche doch eigentlich nur einen Rucksack, oder?“ Antwort: „Nein, du kannst meinen Koffer auch diesmal nicht haben!“

255 Minuten später: Ich habe noch gar nicht daran gedacht, dass ich auch mindestens eine Handtasche in den Koffer bekommen muss. Und ich will immer noch das grüne Top mitnehmen!

265 Minuten später: Ich frage mich, ob die Welt tatsächlich untergehen wird, wenn ich nur halb so viel mitnehme, bin aber noch zu keiner Antwort gelangt. Nur eins weiß ich: Sollte ich jemals zu viel Geld haben, werde ich jemanden beauftragen, für mich zu packen.

Man darf ja nichts mehr sagen

Leider hat selbst mein Freund letztens einen solchen Satz ausgesprochen. In einer seiner Whatsapp-Gruppen war ein Witz gepostet worden, den eine Frau sexistisch fand (ich fand ihn witzig, er hat aber Geschlechterklischees bedient) und dieser Satz war sein Kommentar zur Kritik dieser Frau mir gegenüber.

Heute habe ich einen großartigen Artikel zur Macht der Sprache und ihren Missbrauch durch Rechte gelesen, auf dem Blog kleinerdrei:

Schlachtfeld Sprache

Obwohl ich euch ans Herz lege, ihn zu lesen (besonders gut gefällt mir die Einbindung einer Buffy-Animation), zitiere ich eben daraus einen Abschnitt zu „Political Correctness“

er [der Begriff Political Correctness] behauptet ja, dass bestimmte Dinge nicht offen gesagt werden können. Das ist eine Fantasie. Es gibt niemanden, außer dem Strafrecht, der Menschen verbieten würde, etwas zu denken oder zu sagen. Wer den Begriff verwendet, auch ohne rechte Absicht, bedient damit ein Denksystem, das solche Verbote unterstellt.

Was Menschen (und Eliah) also meinen, wenn sie einen solchen Satz sagen, ist, dass sie es für nicht hinnehmbar halten, für das, was sie tun und sagen, kritisiert zu werden. Dabei ist das eine Errungenschaft unserer Demokratie. Jeder darf (mit bestimmten Einschränkungen wie Leugnung des Holocausts) seine Meinung sagen und jeder darf ihn dafür kritisieren. Die Konsequenz, wenn ich mir Kritik nicht anhören will, wäre, sie zu verbieten – und damit wäre die Frau diejenige, die nichts mehr sagen darf.

Auf dem gleichen Blog findet ihr auch einen Artikel von Alice, einer Schwarzen, zu Diskriminierung (Haare wie meine, auch sehr lesenswert). Ich kenne persönlich keine Schwarzen näher, lese aber immer wieder Texte von Schwarzen zu Diskriminierung. Weil ich wenig Umgang mit ihnen habe, könnte es mir gut passieren, dass ich aus Unwissenheit eine diskriminiere Bemerkung mache. Falls die Person mich darauf hinweisen würde, wäre meine erste Reaktion nicht: Man darf ja nichts mehr sagen!, sondern: Oh, ich habe jemanden verletzt. Das wollte ich nicht. Ich würde mir anhören, in welches Fettnäpfchen ich aus Sicht des anderen getappt sind und darüber nachdenken. Am Ende komme ich vielleicht sogar zu dem Schluss, dass die-/derjenige übertrieben reagiert hat. Aber ich würde mich nicht direkt angegriffen fühlen wie Eliah.

Dabei war die Reaktion der Frau nicht: Ihr miesen Wichser, ihr seid echt das Letzte, wenn ihr so was lustig findet, sondern nur ein Ich finde das nicht witzig, weil es Frauen abwertet. Es ist ja nun auch nicht so, als hätte Eliah irgendwelche Konsequenzen zu fürchten, weil er über den Witz gelacht hat. Woher kommt da dieses Überdramatisieren, man (er) dürfe ja nichts mehr sagen? Weil Männer es nicht gewohnt sind, dass Frauen ihre Meinung kundtun? Woher kommt dieser geringe Wille, das eigene Verhalten zu refkletieren und stattdessen der Reflex, sich ins Opfer zu begeben?

PS: Ich erzähle das nicht nur euch, ich versuche auch, das mit Eliah zu diskutieren.

Verreisen – Was mir wichtig zu besichtigen war

Je länger es her ist, dass ich einen Beitrag geschrieben habe, desto mehr denke ich, ich müsste irgendetwas Bedeutungsvolles im nächsten schreiben. Stattdessen habe ich mich dafür entschieden, meinen Ruf zu wahren, indem ich euch von meinem mehrtägigen Kasselbesuch nur bestimmte Aktivitäten zeige:

In Kassel gibt es drei Patisserien. In zweien davon war ich.

Okay, das gibt es noch dazu: ❤

Und ja, ich weiß, dass die dort als Plage gelten.

Und demnächst geht es wieder nach P-A-R-I-S!!! Ratet mal, was da alles für Fotos folgen werden. 😀

Nicht aufregen!

Migräne im März: Drei Mal. Drei Mal. Phänomenal, eigentlich.

Das eine Mal lag daran, dass ich die „Hart, aber fair“-Sendung geschaut habe, in der Sandra S., die Initiatorin der Online-Petition zu Hartz-IV (Jens Spahn), eingeladen war. Ich finde es sehr mutig, dass sie sich das getraut hat, und bin ihr dankbar, dass sie sich traut, öffentlich gegen Hartz-IV Position zu beziehen, stellvertretend z. B. für mich. Aber nach 40 Minuten musste ich ausmachen, weil ich Migräne bekommen hatte. Dabei war die Diskussion noch relativ gesittet, Sandra war zwischen die beiden Hartz-IV-Gegner gesetzt worden, sie wurde nicht persönlich angegriffen etc. Aber allein der Umstand, dass es Menschen gibt, die nicht für eine Abschaffung von Hartz-IV sind, die nicht meinen, dass Hartz-IV menschenverachtend ist und die Würde des Menschen in den Dreck tritt, regt mich dermaßen auf, dass ich es nicht ertrage.

Gerade die Themen also, die mich am meisten aufbringen, bei denen es mir am wichtigsten wäre, meine Meinung kundzutun (Hartz-IV, Traumatisierung/sexueller Missbrauch, insgesamt psychische Probleme, Rechtsradikalismus), halte ich es nicht aus, mit Meinungen konfrontiert zu werden, die dermaßen von meiner abweichen. Das destabilisiert mich emotional. Ich kann es also (zurzeit) nur vermeiden, mich solchen Situationen auszusetzen. Denn unter Migräne kann ich auch nichts darauf erwidern. Von der Situation her betrachtet, aus der ich komme (ca. 8 1/2 Mal im Monat Migräne, normalerweise min. einmal im Monat übergeben, ganz zu schweigen von der Traumabewältigung usw.) ist das Jammern auf hohem Niveau, statt dankbar dafür zu sein, dass mein Stresslevel, seitdem ich aus Hartz-IV raus bin, so abgesunken ist, dass es eines starken Triggers bedarf, eine auszulösen. Aber … es ist schon deprimierend, mich gerade bei so etwas nicht einbringen zu können.

Ich schlage mich mit dem Gefühl herum, ein schlechter Mensch zu sein, weil ich nicht mehr gegen Unrecht tue. So als könnte ich das, wenn ich nur wollte. Dabei bin ich noch in der Phase, in der ich staune, wie viel Zeit ich habe, wenn die Migräne so absinkt. Was ich auf einmal alles in meinen Alltag integrieren kann. In der Phase, in der ich noch an meiner Stabiliserung arbeite, dass die Migräne so gering bleibt.

Ich darf mir kleine Ziele setzen. Ich darf üben, bei kleineren Konflikten, meine Meinung zu sagen und Widerspruch auszuhalten. Ich darf üben, meine Stressresistenz zu erhöhen. Und vielleicht komme ich dann mal an den Punkt, an dem heftige Emotionen nur noch selten Migräne auslösen. Und wenn nicht? Kann ich damit umgehen? Kann ich mir deswegen keine Vorhaltungen machen?

Stillstand nervt

Kennt ihr diesen Punkt, an dem ihr spürt, dass ihr etwas ändern müsst? Mir ging es letzte Woche so. Ich hatte keine Lust mehr, weiter zu warten.

Seit mindestens vier Jahren will ich aus meiner Wohnung raus. Sie ist nicht total furchtbar, aber es gibt Verschiedenes, das mir nicht gefällt. Nur, das Jobcenter hätte einen Umzug nicht genehmigt, d. h. sie hätten die Kosten für den Umzug nicht übernommen. Außerdem hätten sie dann auch die Mehrkosten der Miete nicht gezahlt (und angesichts dessen wie hier die Mieten durch die Decke gegangen sind, hätte ich das nicht stemmen können). Natürlich hätte ich mich mit denen streiten können, mich über deren Briefe aufregen, Widerspruch einlegen, aber das habe ich ja schon ausreichend wegen der Selbstständigkeit getan (auch da bin ich die immer noch nicht los, aber demnächst bekomme ich wieder einen Brief und werde mich höchstwahrscheinlich schrecklich aufregen, dann kann ich euch das ja erzählen). Noch mehr Stress konnte ich nicht gebrauchen. Und am Ende hätte ich wahrscheinlich eh verloren.

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Ein Monat Hartz-IV für Jens Spahn (Petition)

Falls ihr möchtet, dass Herr Spahn mal rausfindet, ob man mit Hartz-IV nicht arm ist, könnt ihr ihn in dieser Petition auffordern, einen Monat lang davon zu leben:

Ein Monat Grundregelsatz für Jens Spahn

Laut dem Postillon hat er das übrigens schon ausprobiert. 😉

Es geht ja nicht nur darum, dass das Geld ausreiche (zum Überleben, meistens; zum Leben, nein – ist das der Anspruch, den wir an unser Sozialsystem haben?), sondern auch, dass Herr Spahn geflissentlich die Drangsalierung durch die Jobcenter übersieht, die Strafen, die Geldkürzungen, das Gegenrechnen mit anderen finanziellen Leistungen, sodass Eltern, die von Hartz-IV leben, z. B. von einer Erhöhung des Eltern oder Kindergeld nichts haben, die Katastrophe, die es bedeutet, wenn die Waschmaschine kaputt geht, usw.